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Wirtschaftsspionage mt USB Sticks


„Wirtschaftsspionage leicht gemacht: Datendiebstahl mit USB-Stick“
Unternehmen und Private unterschätzen Sicherheitslücke

(Hannover, 2.10.2008, WM).
Sie sind klein, ungeheuer leistungsfähig und kaum noch wegzudenken: die USB-Sticks. Sie stellen aber auch eine immense Gefahr dar, und das sowohl für Unternehmen als auch für Privatleute. Denn mit immer größeren Speichern werde auch das Risiko des schnellen und oft unbemerkten Datendiebstahls immer größer, warnte der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Niedersachsen (VSW Nds.) am Donnerstag in Hannover. Trotz zahlreicher krimineller Ausspähungsfälle in Niedersachsen würde diese Gefahr jedoch von vielen Unternehmen unterschätzt. Dabei müsse man laut Aussage von VSW-Geschäftsführer Wieland Mundt davon ausgehen, dass ein großer Teil der Spionageangriffe längst mit diesen überall erhältlichen Speichermedien realisiert werde - und nicht etwa mit komplizierter Technik „á la Q“. So sei erst unlängst ein Mitglied einer fernöstlichen Delegation dabei ertappt worden, wie er per USB-Stick sensible Daten aus dem Netzwerk des besuchten niedersächsischen Unternehmens kopieren wollte. Die allzu windige Ausrede sei gewesen, er habe digitale Fotos abspeichern wollen. Die USB-Schnittstellen eines Computers müssten angesichts solcher Bedrohungen genauso aufmerksam gegen Missbrauch geschützt werden wie der Internetzugang. Dies gelte im Übrigen nicht nur für Unternehmen, sondern als wirksamer Datenschutz auch für private Haushalte, so der Sicherheitsverband.

„Ein Gigabyte Daten auf einen USB-Stick zu speichern dauert heute gerade einmal zwei Minuten, früher hätte ein Datendieb hierzu mehr als 30.000 Seiten Papier beiseite schaffen müssen,“ erläuterte Mundt die Brisanz solcher Bedrohungen für Unternehmen. Denn ein Wirtschaftsspion interessiere sich keineswegs nur für fertige Endprodukte. Im Visier könnten zum Beispiel Forschungsergebnisse, Entwicklungsstrategien oder Designstudien sein. Aber auch Fusionsvorhaben, Wettbewerbsstrategien oder Kundendaten seien für Spione interessant.

All diese Informationen könne man mit modernen Speichermedien im Minutentakt unbemerkt entwenden. Und dies sei für Niedersachsens Wirtschaft besonders gefährlich. Denn Niedersachsen sei eine der forschungsintensivsten Regionen Europas - und biete daher auch besonders attraktive Ansatzpunkte für Wirtschaftsspionage. Gerade kleine, aber hoch innovative Unternehmen seien sich selten bewusst, wie schnell sie unbemerkt ins Fadenkreuz professioneller Datendiebe geraten könnten.

Dieser Datendiebstahl sei technisch denkbar einfach, so Mundt weiter. Denn USB-Sticks, auch fremde, würden im Allgemeinen nach dem Plug & Play - Prinzip automatisch gestartet. Neue so genannte „U3“ USB-Sticks, die selbständig Programme ausführen könnten, seien allein durch das Verbinden mit einem dem Firmen-PC in der Lage, unbemerkt vom Nutzer Daten zu kopieren und innerhalb von Minuten über das Internet zu versenden.

Über ein verstecktes Schadprogramm könne auf diese Weise mit Hilfe eines einzigen USB-Sticks ein ganzes Computernetzwerk für Kriminelle zugänglich gemacht werden. Selbst viele IT-Experten seien zu sehr auf Viren und Trojaner aus dem Internet fixiert und würden die Gefahr solcher sehr viel einfacher zu startenden Innenangriffe vernachlässigen.

Schlimmer noch: Dieser moderne Datenraub müsse nicht zwingend „bei Nacht und Nebel“ geschehen, sondern könne sich vor den Augen der Betroffenen abspielen, betonte der VSW. Der Repräsentant einer Firma, der eine auf USB-Stick gespeicherte Präsentation vorführen wolle, könne ehrliche Absichten haben, oder aber unbemerkt ein Schadprogramm installieren. Zudem fehlten in vielen Unternehmen klare Reglungen, wie mit geschenkten oder „zufällig gefundenen“ USB-Sticks umzugehen sei. „Untersuchungen von IT-Sicherheitsunternehmen belegen, dass selbst USB-Speichermedien, die herrenlos auf Unternehmensparkplätzen herumliegen, in vielen Fällen mit in den Betrieb genommen und dort unkritisch eingesetzt werden“, so Mundt.

Die Abwehr solcher Spionageversuche werde schließlich noch dadurch erschwert, dass manche Speichermedien auf den ersten Blick nicht als solche zu erkennen seien: So gebe es längst auch Armbanduhren und Taschenmesser, in die Speichermedien integriert seien. Und auch Fotohandys, PDAs, Digitalkameras und MP3/4-Player besäßen USB-Schnittstellen und hohe Speicherkapazitäten, die von „Besuchern“ zum Datenklau benutzt werden könnten, so der Sicherheitsverband abschließend.

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